Porträt einer lächelnden Frau mit Brille und blonder, mittellanger Haarpracht in einem schwarzen Blazer.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalen Stiftungen Münster,

mit großer Freude darf ich Ihnen den Jahresbericht 2025 der Kommunalen Stiftungen vorstellen.

Derzeit gibt es zehn Stiftungen, die kommunal verwaltet werden – mehr als die Hälfte von ihnen blickt auf eine mehrere Jahrhunderte währende Geschichte zurück. Die Wurzeln der ältesten Stiftung reichen sogar bis ins 10. Jahrhundert. Menschen aus Münster haben diese Stiftungen ins Leben gerufen und der Stadt den Auftrag gegeben, sie zu betreuen, zu bewahren und für kommende Generationen zu sichern.

Der vorliegende Jahresbericht gibt Ihnen daher nicht nur einen Überblick über die Zahlen der Jahresabschlüsse, er eröffnet vielmehr einen Einblick in die vielfältige Arbeit der Kommunalen Stiftungen und macht sichtbar wie eng ihr Wirken mit den Menschen in Münster – ganz nach dem Motto: „Wo das Leben ist, sind wir.“ - verbunden ist. Genau das hatten auch die Stifterinnen und Stifter im Blick: die Menschen in Münster, ihre Chancen und Möglichkeiten sowie das Miteinander in unserer Stadtgesellschaft. Dieser Stifterwille hat auch nach vielen hundert Jahren nichts von seiner Aktualität verloren.

Die traditionsreichen Stiftungen der kommunalen Stiftungsfamilie engagieren sich insbesondere in den drei Handlungsfeldern „Leben im Alter“, „Chancen für Kinder“ und „Bürgerschaftliches Engagement“. Dass diese Themen auch heute hochaktuell sind, zeigt die anhaltende gesellschaftliche Relevanz der Stiftungen.

Gleichzeitig wächst die Stiftungsfamilie weiter: In den vergangenen Jahren sind jüngere Stiftungen mit zusätzlichen Schwerpunkten hinzugekommen – unter anderem in den Bereichen Mädchen- und Frauenförderung sowie handwerkliche Bildung.

Mein herzlicher Dank gilt allen, die die Arbeit der Kommunalen Stiftungen begleiten und unterstützen.

Ich lade Sie ein, gemeinsam mit uns auf die Arbeit der Kommunalen Stiftungen im Jahr 2025 zurückzublicken und auch künftig mit uns im Dialog zu bleiben oder neu mit uns ins Gespräch zu kommen, damit wir weiterhin gemeinsam Münsters Stadtgesellschaft gestalten können.

Ihre
Christine Zeller
Stadtdirektorin


JAHRESBERICHT 2025

KOMMUNALE STIFTUNGEN MÜNSTER

HANDLUNGSFELD "BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT"

100 Azubis packen an

Siebter ZeitStifteTag der FreiwilligenAgentur Münster

Die Auszubildenen Eva, Marlene, Emery und Yannick waren 2025 dabei.

„Ich engagiere mich am ZeitStifteTag, weil ich etwas Sinnvolles bewirken und zu einer starken, solidarischen Gemeinschaft beitragen möchte.“ So beschreibt es Yannick Evenkamp, der als Auszubildender der Sparkasse Münsterland Ost 2025 beim ZeitStifteTag der Freiwilligenagentur mitgemacht hat. Mehr als 100 Auszubildende waren dabei und tauschten einen Tag lang ihren Arbeitsplatz bei BASF Coatings, der Sparkasse Münsterland Ost, den Stadtwerken Münster oder der Stadt Münster gegen 16 soziale Einrichtungen und Umweltprojekte.

Eva Völker, Dual Studierende bei der Stadt Münster, fand es sehr bereichernd, dass sie sich persönlich für Menschen vor Ort einsetzen konnte. Emery Cage, Azubi bei den Stadtwerken, betonte: "Ich finde es wichtig, gemeinnützige Organisationen zu unterstützen, weil sie, trotz ihrer großen Bedeutung, oft nicht genug Ressourcen oder Personal haben.“

Am ZeitStifteTag engagierten sich die Auszubildenden dann in Senioreneinrichtungen, wo die Begegnung zwischen Jung und Alt im Mittelpunit stand. Andere Projekte führten die jungen Leute in Stadtteiltreffs, ins Mehrgenerationenhaus, sowie in Einrichtugen für wohnungslose Menschen oder Menschen mit Behinderung. Einige Azubis wählten das Thema Naturschutz und machten sich auf zum Apfelpressen und zur Biotoppflege. Beim ZeitStifteTag konnten die Azubis also viele neue Erfahrungen außerhalb des Ausbildungsalltags sammeln. Marlene Arlt, Auszubildende bei BASF Coatings, bestätigt das: „Der Tag motiviert mich, weil ich mich sozial engagieren und gleichzeitig Neues lernen kann.“

Die Freiwilligenagentur Münster ist eine Einrichtung der kommunal verwalteten Stiftung Siverdes. Sie ermöglicht und stärkt freiwilliges Engagement in Münster und ist individuelle Anlaufstelle für alle, die sich engagieren möchten. Die Freiwilligenagentur berät Freiwillige sowie Einrichtungen, Vereine und Initiativen, die mit Freiwilligen arbeiten, und bietet in ihrer Freiwilligenakademie Fortbildungen an. Der ZeitStifteTag findet alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Freiwilligentag statt.

 Zur FreiwilligenAgentur Münster


HANDLUNGSFELD "CHANCEN FÜR KINDER"

Engagiert im Patenprogramm

MitmachKind Conner und seine Patin Elina sind ein tolles Team

Conner ist ein neugieriger Junge voller Tatendrang. Er ist für viele Dinge zu begeistern. Draußen ist er gerne, Tiere mag er und Kuchen liebt er. Gemüse hingegen zählt nicht unbedingt zu seinen Lieblingsspeisen. Weil seine Mitmachpatin Elina gesunde Ernährung wichtig findet, kochen die beiden regelmäßig gemeinsam. Dabei wird Conner nichts aufgezwungen, denn er entscheidet genauso mit, was gekocht oder gebacken wird. Und weil er neugierig ist, probieren die beiden in der Küche so einiges aus. Im Moment hat er allerdings klare Favoriten nämlich Elinas Pfannkuchen aus fermentiertem Sauerteig und Erdbeerkuchen.

Conner und Elina sind seit drei Jahren ein Mitmachpaten-Tandem. Conner ist 10 Jahre alt und lebt mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in Münster. Elina arbeitet am UKM und ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Neben dem Kochen gehören Spaziergänge mit Hund Atos, Kinobesuche und gemeinsame Nachmittage in der Stadtbibliothek zu den festen Aktivitäten von Conner und Elina. Wer die beiden gemeinsam erlebt, merkt sofort: Das sind zwei, die sich gut verstehen.

Mitmachpatin Elina hat sich immer schon für Kinder engagiert. Gebürtig kommt sie aus Russland. Früher nahm sie regelmäßig Kinder aus Weißrussland auf, die in der Nähe von Tschernobyl aufwuchsen. „Ich liebe Kinder und möchte diese Freude mit jemandem teilen, der sie braucht“, erzählt Elina.

Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, Kindern Halt und Unterstützung zu geben, wandte sie sich an die Stadt Münster und erhielt dort den Hinweis auf das Patenprogramm der Stiftung Bürgerwaisenhaus. Conner und Elina haben sich auf Anhieb gut verstanden und die beiden sind heute ein eingespieltes Team.

 

Zu den MitmachKindern


HANDLUNGSFELD "LEBEN IM ALTER"

Alle für eine, einer für alle

Von Mensch zu Mensch Hiltrup wird 20

Ihren 20. Geburtstag hat die Stadtteilinitiative „Von Mensch zu Mensch Hiltrup“ im Jahr 2025 gefeiert. Damit ist diese Initiative eine der ältesten Gruppen des Stiftungprojekts „Von Mensch zu Mensch“, in dem Ehrenamtliche regelmäßig Seniorinnen und Senioren zuhause besuchen.

Zur Feier des Tages haben die Ehrenamtlichen aus Hiltrup an einem sonnigen Juninachmittag einen Ausflug in den Forstmannshof nach Lüdinghausen gemacht. Während sich die Gruppe Erdbeerkuchen, Kaffee und das ein oder andere Likörchen schmecken ließ, erzählte eine sogenannte Genussbotschafterin etwas zur Geschichte und zum heutigen Angebot des Hofes. Danach ging es noch in die ehemalige Brennerei und in den Hofladen. Ein rundum gelungener Nachmittag, waren sich alle einig!

„Von Mensch zu Mensch“ ist ein Zusammenschluss von 10 Stadtteilinitiativen in Münster. Ziel des seit 2003 bestehenden Projektes ist es, dass ältere und hilfsbedürftige Menschen möglichst lange und mit guter Lebensqualität selbstbestimmt und selbstständig in ihrem Zuhause leben können und dafür von freiwillig engagierten Bürgerinnen und Bürgern in den Stadtteilen Unterstützung bekommen. Die Stadtteilinitiativen werden von ehrenamtlichen Koordinierenden vor Ort organisiert, die in ihren Stadtteilen gut vernetzt sind. Gefördert wird das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ von der kommunal verwalteten Stiftung Magdalenenhospital.

„Von-Mensch-zu Mensch Hiltrup" gehört zu einer ganzen Reihe von Stadtteilinitiativen, die zwischen 2024 und 2026 ein Jubiläum gefeiert haben – von 10 über 15 bis hin zu 20 Jahren engagierter Arbeit.

 

 Zu Von Mensch zu Mensch


Stiftungsvermögen

Nachhaltig und mit wenig Energie

Immobilien und Kapitalanlagen der Kommunalen Stiftungen

Die kommunal verwalteten Stiftungen bekennen sich zum Ziel einer klimaneutralen und klimaangepassten Stadt Münster. Daher investieren die Stiftungen kontinuierlich in ihren Gebäudebestand und führen energetische Sanierungen durch. Sie lassen veraltete Heizungsanlagen austauschen und Fenster erneuern. Um Kältebrücken zu minimieren, werden außerdem Decken in den Kellern und in den obersten Geschossen gedämmt sowie Balkone saniert. Mieterinnen und Mieter profitieren von höherem Wohnkomfort und geringeren Nebenkosten. Im Jahr 2025 ließen die Stiftungen unter anderem die Seniorenwohnanlage Steveninkstraße/Geiststraße und die Wohnungen am Klarapark engergetisch sanieren.

Bei der Vermögensanlage waren früher Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit des Kapitals die entscheidenden Kriterien. Mittlerweile ist aber auch die Nachhaltigkeit ein Investmentstandard. So haben die Stiftungen ab dem Jahr 2025 die Nachhaltigkeitskriterien für ihre Geldanlagen weiter ausgebaut. Einige Branchen wie Fracking, Mitlitärwaffen, Atomenergie und Kinderarbeit sind für die Kapitalanlagen der Stiftungen vollständig ausgeschlossen; alle anderen Branchen müssen ein bestimmtes Nachhaltigkeitsniveau erfüllen. Dabei geben sogenannte ESG-Ratings Aufschluss darüber, wie nachhaltig Unternehmen agieren. ESG steht für Environmental, Social und Governance und umfasst die Verpflichtung von Unternehmen, die Umwelt zu schützen, soziale Aspekte zu berücksichtigen und im Bereich der „Führung“ eine angemessene Unternehmensstruktur und -kultur zu pflegen.

Die Kapitalanlagen der kommunalen Stiftungen in der externen Vermögensverwaltung verzeichneten im Geschäftsjahr 2025 einen Wertzuwachs von rd. 6,75 %.

 

 


SPENDEN UND STIFTEN

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AUSBLICK

Liebe Stiftungsfreundinnen und -freunde,

2026 steht für die Kommunalen Stiftungen im Zeichen des Wachstums und der Weiterentwicklung. Unsere bewährten Projekte und Förderprogramme werden ausgebaut und zugleich gezielt weiterentwickelt. Dabei richtet sich der Blick zunehmend auf die Frage, wie die Stiftungen langfristig und nachhaltig Wirkung für die Stadtgesellschaft entfalten können – nicht nur durch einzelne Förderentscheidungen, sondern auch durch neue Formen der Zusammenarbeit, strategische Schwerpunktsetzungen und eine aktive Rolle im gesellschaftlichen Leben Münsters.

Zugleich werden 2026 die Strategieprozesse in den drei Handlungsfelder der Kommunalen Stiftungen abgeschlossen. Damit schaffen wir eine gemeinsame Grundlage für die zukünftige Arbeit und schärfen unser Profil als langfristig orientierte Sozialstiftungen. Die Strategien werden Orientierung geben, Prioritäten sichtbar machen und dazu beitragen, Ressourcen und Förderung noch gezielter einzusetzen.

Ein wichtiger Schwerpunkt der kommenden Jahre ist die Weiterentwicklung unserer Finanzstrategie. Ziel ist es, das Stiftungsvermögen noch stärker wirkungsorientiert einzusetzen und perspektivisch Formen des Impact Investing auszubauen. Damit verbinden wir den Anspruch, wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftliche Wirkung enger zusammenzudenken. Gleichzeitig sollen neue Möglichkeiten entstehen, innovative und langfristig angelegte Projekte zu finanzieren, die zur sozialen und gesellschaftlichen Entwicklung Münsters beitragen.

Auch die Geschäftsstelle der Kommunalen Stiftungen entwickelt sich weiter. Sie soll künftig noch stärker ein Ort des Austauschs, der Vernetzung und der Zusammenarbeit werden. Mit neuen Formaten wie regelmäßigen Stiftungstreffen möchten wir Akteurinnen und Akteure aus Stiftungen, Zivilgesellschaft und Stadtgesellschaft miteinander ins Gespräch bringen, gemeinsame Perspektiven entwickeln und Kooperationen fördern. Münster verfügt über eine vielfältige und engagierte Stiftungslandschaft. Dieses Potenzial sichtbarer zu machen und stärker miteinander zu verbinden, verstehen wir als wichtige Aufgabe für die kommenden Jahre.

Münster ist eine Stadt mit einer starken Kultur des Engagements und der Verantwortung füreinander. Die Kommunalen Stiftungen möchten dazu beitragen, diese Kultur weiter zu stärken – durch Förderung, durch Vernetzung und durch langfristige Impulse für die Stadtgesellschaft. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Veränderungen bleibt es unser Anspruch, Orte der Begegnung zu schaffen, Engagement zu ermöglichen und gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern an einer solidarischen und lebenswerten Stadt zu arbeiten.

Ihr
Daniel Großbröhmer
Leitung der Geschäftsstelle