Tapfer dem Wind getrotzt

Selbsthilfegruppen informierten vor der Lambertikirche

Es war schon richtig zugig am Samstag  auf dem Lambertikirchplatz. Die Selbsthilfegruppen mussten ihr Infomaterial teilweise mit Steinen beschweren, damit es ihnen nicht um die Ohren flog. Trotzdem hielten rund 30 Gruppen tapfer aus, um am Tag der Selbsthilfe über ihre Arbeit zu informieren.

Münsters Bürgermeisterin Karin Reismann betonte in ihrer Begrüßungsansprache, sie habe sich schon immer für die Selbsthilfe in Münster stark gemacht. „Ich bin ganz nah bei der Selbsthilfe“,  sagte Reismann. Die Bürgermeisterin wies auch darauf hin, dass die Selbsthilfe in Münster schon lange kräftig gefördert werde. Rund 300 Selbsthilfegruppen gibt es hier. Rund 3 Millionen Euro hat allein die kommunale Stiftung Siverdes in den letzten 30 Jahren in die Förderung der Gruppen gesteckt.

Dass Selbsthilfegruppen entscheidend zur Lebensqualität kranker und alter Menschen beitragen, wurde auch einer Talkrunde deutlich, in der es um die Wirkung, aber auch um die Grenzen von Selbsthilfe ging. „Studien zeigen, dass informierte Patienten ihre Krankheit besser im Griff haben“, betonte Professor Michael Hammer, Chefarzt im St. Josef-Stift in Sendenhorst. „Und sehr viele Informationen werden gerade auch in den Selbsthilfegruppen gesammelt und weiter-gegeben.“  Mittlerweile haben zwar viele Ärzte und Therapeuten die Bedeutung der Selbsthilfe erkannt, aber längst nicht alle. „Selbsthilfegruppen sind keine Kaffeekränzchen“, sagte Annette Hünefeld von der Leukämie- und Lymphomhilfe Münster. „Deshalb wollen wir, dass unsere Arbeit erstgenommen und wertgeschätzt wird.“

Ob bei chronischen Krankheiten, nach Operationen oder bei Einsamkeit im Alter – die Selbsthilfegruppen sind da. Sie nehmen Hilfesuchende in ihre Gruppen auf und bieten Unterstützung und Austausch an. Viele Gruppen sind heute auch im Internet und machen dort auf sich aufmerksam.

Wer Beratung zum Thema Selbsthilfe braucht ist bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle Münster am Dahlweg richtig. Die Stelle hilft auch bei der Suche nach der passenden Gruppe und unterstützt diejenigen, die selbst eine Gruppe gründen wollen.

Foto: Talkrunde mit (v.l.) Professor Michael Hammer vom St. Josef-Stift in Sendenhorst, Annette Hünefeld von der Leukämie- und Lymphomhilfe Münster, Moderatorin Andrea Hansen und Waltraud Rehms von der Asthma Selbsthilfegruppe Atemlos. Gebärdendolmetscher Tom Temming übersetzte alles.